Dem Ritter oblag nicht nur die Ausübung des Kriegshandwerks, sondern sein Stand übernahm im Laufe der Jahrhunderte in der Gesellschaft eine Vorbildfunktion, die das Edle im Menschen charakterisierte. Der Ritter wurde zur Verkörperung des Guten im Menschen und sollte bestimmten Tugenden folgen, die den anderen Gesellschaftsschichten als Verhaltensvorgabe dienen sollten. Zu diesen Tugenden gehörten vor allem Treue, Tapferkeit, Gerechtigkeit, Gnade und der Schutz der Schwachen. Der Ritter sollte ebenfalls im Sinne der Kirche den Wahren Glauben beschützen.
Der Rittereid:
1. Ich gelobe, alle Lehren der Kirche zu glauben und ihre Gebote zu halten.
2. Ich gelobe, die Kirche zu schützen.
3. Ich gelobe, die Schwachen zu verteidigen.
4. Ich gelobe, das Land meiner Geburt zu lieben.
5. Ich gelobe, nie vor einem Feind zu fliehen.
6. Ich gelobe, bis zum Tod gegen die Ungläubigen zu kämpfen.
7. Ich gelobe, meine Pflichten dem Lehnsherrn gegenüber zu erfüllen, sofern sie nicht
gegen Gottes Gebote sind.
8. Ich gelobe, niemals zu lügen und zu meinem gegebenen Wort zu stehen.
9. Ich gelobe, allen gegenüber freimütig und großzügig zu sein.
10. Ich gelobe, immer für das Recht und gegen Ungerechtigkeit und Böses zu kämpfen.
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