Der Heilige Gral
Es ist vielleicht der berühmteste Mythos des Abendlandes: die Legende vom „Heiligen Gral“, die alles andere als einheitlich ist. Dabei geht es um den Glauben an einen rätselhaften, symbolischen Gegenstand und dessen magische Wirkung, der, irgendwo versteckt, von Rittern gehütet werden soll. Es soll entweder der Kelch des letzten Abendmahls Christi, eine Goldschale, ein Gefäss mit dem aufgefangenen Blut des sterbenden Christus oder ein Stein sein. Hinter dem Gral waren schon viele her: die Katharer, die Tempelritter, die Freimaurer, die Nazis, Indiana Jones und nun auch Dan Brown. In seinem Megaseller „Sakrileg“ mündet die Jagd nach dem Mörder in die Suche nach dem Gral.
Das war eine kleine geschichte bzw. ein mythos und hier noch ein paar infos
Die mythische Gralsvorstellung des Mittelalters setzte sich mehr oder weniger ungebrochen bis in die Moderne fort, und seit einigen Jahrzehnten boomen Gralsgeschichten wieder genau so wie Sachbücher mit unterschiedlichen Interpretationen des Grals. Das Verständnis des Grals als Metapher für die Abstammungslinie Christi ist ein relativ modernes, auch wenn es häufig als „altes Wissen“ verkauft wird. Diese Theorie ist verflochten mit der Idee einer angeblichen Heirat von Jesus mit Maria Magdalena und deren angeblichem gemeinsamen Kind (siehe „Sakrileg“, und schon früher „Der Heilige Gral und seine Erben“ von Michael Baigent und Richard Leigh, die Dan Brown erfolglos wegen Plagiats einklagten).
Eng in Verbindung mit dem Heiligen Gral wird immer wieder die Sage um den legendären König Artus gebracht, der von Schloss Camelot aus Britannien regierte. Mit seinem Zauberschwert „Excalibur“, das er vom Magier Merlin erhielt, siegte er in zahlreichen Kämpfen. Der Legende nach war der edle Artus, einem frühen Ideal des Humanismus verpflichtet, mit Guinevere verheiratet, die einen grossen runden Tisch als Mitgift brachte. An diesem wurde die berühmte „Tafelrunde“ ins Leben gerufen, mit den Rittern Gawein, Gareth, Geraint, Kay und anderen, zu denen schliesslich aus Frankreich Lancelot du Lac stiess, der bekannteste aller Ritter der Tafelrunde. In jenen verliebte sich Guinevere schicksalshaft.
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